Union School District San Jose

We have a strategic plan – it’s called doing things”

Von der Khan Academy in Mountain View begeben wir uns auf die Reise nach San Jose, der einwohnerstärksten Kommune, die das Silicon Valley nach Süden begrenzt. Der Schulbezirk umfasst 8 Elementary und Middle Schools von der Schuleingangsstufe bis zur Klasse 8. 260 LehrerInnen und Lehrer unterrichten dort ca. 3000 Schüler. Wir treffen uns in einem schmucklosen Verwaltungpavillon (die meisten Schulgebäude sind modular in Fertigbauweise errichtet) mit Andrew Schwab, dem “Head of Learning and Innovation”, der uns in Form einer Präsentation erläutert,  wie der Bezirk in den letzten vier Jahren die digitale Transformation gemeistert hat.

Am Anfang stand die Vision, der “1to1”- Ausstattung (jeder Schüler arbeitet mit seinem eigenen Endgerät). Die Wahl fiel auf das Google Chromebook und die Google Education Suite. Es wird ausschließlich in der Goggle Cloud gearbeitet und die Kinder behalten Ihre “Konten” während der gesamten Schulzeit. Es gibt demnach eine Plattform über alle Schulstufen hinweg, die die Lernbiographien während des gesamten Bildungsgangs begleitet. Alle technischen Konfigurationen mussten sich diesen Konzepten unterordnen – “Connectivity” war das leitende Prinzip.

Der curriculare Bezugsrahmen sind die Common Core Standards, eine Art kompetenzorientierter Kernlehrplan, der für alle Schulen in den USA verbindlich ist. Für Andrew war die Einführung der Technologie ein Vehikel, um sein Kollegium für die Arbeit mit dem Common Core zu begeistern. Es ging demnach nicht um Digitalisierung als neuem Schulentwicklungsziel, sondern um die Strategie, Technologie als Unterstützungssysteme bereit zu stellen.

Andrew berichtete uns von einen Plan mit vier Phasen:

  1. Infrastruktur: Venetzung, Wifi,
  2. Ausstattung bis zur 2. Klasse mit Laptopwagen
  3. 1:1 Ausstattung der Grundschule mit Chromebooks, dazu IPads für bestimmte multimedia Anwendungen, wie z.B. Filmschnitt
  4. Ab Klasse 6 erhält jeder Schüler seinen eigenen Laptop, der ihn für den Rest der Schulzeit begleitet. Die neue Generation der Chromebooks ist mit Touchscreen und Stift ausgestattet.

“We have a strategic plan – it’s called doing things” – war der Leitgedanke für das Innovationsmanagement des Projektes.

Neben der Technikausstattung war die wichtigste Säule des Projektes die Lehrerfortbildung “Professional Development” – hier setzte die Schule auf Pioniergruppen von Kollegen, die zu Trainern und Coaches auf den verschiedensten Ebenen ausgebildet wurden. Dazu wurde das Personal substantiell aufgestockt. Ziel war, es,  dass jede Abteilung über ausreichende personelle Unterstützung auf allen technischen Ebenen verfügt. Die finanziellen Mittel generierte der District über eine Steuererhöhung, über die die Bürger bei der Kommunalwahl abgestimmt hatten, um gezielt die Digitalisierung zu der Schulen zu ermöglichen.

Das Kompetenzteam baute die “Union University” auf, die Fortbildungsangebote gestaltet und anbietet – das Grundprinzip ist dabei, von Top Down Instruction abzuweichen und Fortbildungsangebote als Abenteuer- und Entdeckungsreisen für das Kollegium so zu gestalten, das sich alle freiwillig auf jeder Kompetenzstufe mit digitalen Werkzeugen und Oberflächen beschäftigten und vertraut machen können. Es gibt ED Tech Days, Goolge Hangouts, Instructional Design Insitutes, Rockstar Camps und Google Summits. Mittlerweile hat die Schule 70 Experten unter den 260 Lehrern, die landesweit als Tech Trainer angefragt werden. Die Schule nutzt dieses System auch als Belohnung und Motivation. Lehrer können Wünsche äußern und die Ausstattung ihrer Räume auch im technologischen Bereich mitcgestalten. Andrew betont, wie wichtig es ist, allen Kollegen ungeachtet ihrer technischen Kompetenz, Angebote zu machen.

Nach der Präsentation besuchen wir Unterricht in der Grundschule und in der Mittelstufe.

Wir sehen in allen Unterrichtssituationen Gruppenarbeit, die durch Shared documents organisiert wird – die Schüler setzen verschiedenste Software selbstverständlich ein und arbeiten durchweg kollaborativ und konzentriert, auch in großen Klassen. Die Klassenräume bieten Rückzugsmöglichkeiten, es gibt mehrere Präsentationsdisplays rund um, auch für Gruppenarbeiten, Sitzecken, höhenverstellbare Tische und Stühle auf Rollen, Stehtische, etc.. Damit ist jede Form der Interaktion möglich und das methodische Konzept ist hoch dynamisch und flexibel. Förderlehrer sind mit im Klassenzimmer und übersetzen z.B. den Lehrervortrag in Gebärdensprache. Wir beobachten, dass sowohl mit Laptops, als auch mit Stift und Papier gearbeitet wird – die Kinder erhalten Optionen – stets sind Lehrer greifbar, regen an, helfen und unterstützen.

Besonders beeindruckt sind wir von den “Makerspaces”, die von einer Kollegin betreut wird. Hier gehen die Schüler auf wissenschaftliche Entdeckungsreisen – naturwissenschaftliche Experimente kommen nicht aus der vorgefertigten Box, sondern werden selbst entwickelt, Versuchsaufbauten werden mit Materialien ermöglicht, die überall zur Verfügung stehen. Es gibt einen 3D Drucker und Vieles mehr. Das Verständnis ist interdisziplinär und setzt auf Kreativität und Problemlösungskompetenz, genau das, was von den umlegenden Firmen nachgefragt wird, wie uns die Lehrerin berichtet.

Wir alle sind beeindruckt von der Selbstverständlichkeit, der der Einfachheit und vor allem der Vielfalt, wie Technologie in diesen Schule das Lernen unterstützt. Die Energie der Pädagogen ist in jedem Klassenraum spürbar und steckt an – das Konzept, das uns in der Präsentation vorgeführt wurde, scheint voll aufzugehen – Lernen ist eine Entdeckungsreise für Schüler und Lehrer gleichermaßen, die Freude bereitet und motiviert.

 

 

 

 

 

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